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Insgesamt zwei Punkte zu wenig


118:120 - so lautete das Punkteverhältnis nach dem Krimi in der Regionalliga Südost. Der TSV Mühldorf hatte in den fünf gespielten Sätzen am Ende nur zwei Punkte weniger als der Aufsteiger aus Grafing auf dem Konto. Die waren aber ausschlaggebend in Satz fünf. Nachdem sich beide Mannschaften zwei Stunden lang nichts geschenkt hatten, waren am Ende die Spieler des TSV Grafing die strahlenden Sieger. Mit 3:2 besiegten die Gäste die Mühldorfer, zum dritten Mal musste der Aufsteiger über die volle Distanz gehen und steht nun nach drei Siegen unerwartet an der Tabellenspitze. Enttäuschung und Traurigkeit hingegen bei den Mühldorfern, allen voran Trainer Günther Thomae. "Wenn es am Ende nur zwei magere Pünktchen sind, die über Sieg und Niederlage entscheiden, dann ist das ziemlich bitter", bedauerte Thomae, der damit knallhart an die Auftaktbegegnung gegen Niederviehbach erinnert wurde. Auch in diesem Spiel war Mühldorf ebenbürtig, in der Gesamtbilanz hatte Mühldorf ebenso nur zwei Punkte weniger herausgespielt. Der Mannschaft machte er keinen Vorwurf - wie auch? Denn die präsentierte ihre bislang beste Saisonleistung. Furios begannen die Mühldorfer gegen den selbstbewussten TSV Grafing. Kaum Fehler auf beiden Seiten, in den ersten drei Sätzen waren es Vorsprünge von maximal vier Punkten, die sich die Mannschaften heraus spielen konnten. Basierend auf eine solide Annahme von Libero Leo Tille hatte Lars Rommel leichtes Spiel, seine Angreifer einzusetzen. Fabian Wagner glänzte mit klugen Angriffen aus dem Hinterfeld. Markus Frey war im Block eine Mauer und Severin Bienek trumpfte mal links, mal rechts in den Angriffen auf, versenkte die Bälle im gegnerischen Feld, stand sicher in der Abwehr und brachte sicher seine Aufschläge. Der 19-Jährige avancierte mit fortschreitender Dauer des Spiels zur dominanten Figur auf Seiten der Mühldorfer, die den ersten Satz mit 25:23 für sich entschieden. Im zweiten Satz erarbeiteten sich die Grafinger einige Vorteile, spielten sich mit Felix Langer im Angriff eine 13:10-Führung heraus, die die Mühldorfer aber wieder egalisierten um schließlich selbst das Heft in die Hand zu nehmen und mit 20:18 in Führung zu gehen. Grafing kämpfte sich immer wieder zurück, Satzbälle hüben wie drüben, schließlich aber mit dem besseren Ende für die Grafinger (29:31). Noch klarer der Vorsprung der Mühldorfer, die nun vom Publikum frenetisch angefeuert wurden, im dritten Satz. 23:20 lautete bereits die Führung. Dann aber hörten die Mühldorfer auf zu spielen. Marco Vogel und Christian Seitz auf Seiten der Gäste griffen geschickt an, schlugen den Block an und sicherten damit den dritten Durchgang mit 25:23. Mühldorf war nun gefordert, Thomae vertraute dabei auf seinen Oldie Karim Bassir, den er für Lars Rommel im Zuspiel brachte. Doch Mühldorf verschlief den Start, schnell lag das Thomae-Team mit 1:7 und 4:11 hinten. Doch von Resignation keine Spur: Punkt für Punkt kämpften sich Kapitän Fabian Wagner und Co. an die Grafinger heran. Mit den Einsätzen von Patrick Brunner und Lars Rommel als Mittelblocker kombinierte Bassir geschickt, Grafing wurde im Spielaufbau gestört und Mühldorf schaffte tatsächlich die Wende (25:23). Offen die Partie auch im entscheidenden fünften Satz. Nie war der Abstand größer als ein Punkt. Mühldorf hatte sogar schon Matchball, doch das größere Quentchen Glück lag diesmal bei den Grafingern. Ein Netzroller beim Aufschlag der Grafinger tropfte ins Feld, eine Netzberührung - wo die Mühldorfer die zwei Punkte schließlich gelassen haben ist egal. Denn am Ende zählt das Ergebnis und hier hatte Grafing mit 16:14 am Ende die Nase vorne.

Quelle: Mühldorfer Anzeiger