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Ein Sieg für Rainer Filipp


TSV Mühldorf verabschiedet sich mit einem tollen Spiel vom Mühldorfer Publikum Mühldorf – Das Beste kommt zum Schluss: Zumindest, was die Dramatik betrifft, mit der die Mühldorfer Volleyballer ihre Heimspiele füttern. Denn eigentlich waren die Rollen klar verteilt für diesen Sonntagnachmittag: Mühldorf als Tabellenzweiter empfängt den BSV Bayreuth, der gegen den Abstieg kämpft. Mit einem Sieg hätte Mühldorf die Optionen auf den Aufstieg weiter aufrecht erhalten, Bayreuth hingegen hätte sich mit einem Sieg in die sicheren Gefilde der Regionalliga gerettet, ohne mit dem Abstieg oder der Relegation etwas zu tun zu haben. Die größte Spannung allerdings war schon vor dem Anpfiff genommen: Tabellenführer MTV München hatte sich mit einem 3:2- Erfolg gegen den TSV Eibelstadt die wichtigsten zwei Punkte zur Untermauerung der Tabellenführung geholt. Dass sich die Münchner Neumarkt (kein Sieg, erst drei Satzgewinne), noch die Blöße geben- davon ist nicht auszugehen. Mit 40 Punkten auf dem Konto stehen die Münchner als Meister und Aufsteiger so gut wie fest. Das wussten natürlich auch die Mühldorfer, die mit 35 Zählern auf dem Konto zu diesem vorletzten Spieltag angetreten waren. Dennoch wollte der TSV beim letzten Auftritt vor heimischem Publikum zeigen, was er drauf hat. Zu Beginn ging das allerdings schief: Es waren nämlich die Bayreuther, die den Ton angaben und im ersten Satz eine permanente Vier-Punkte-Führung geschickt verwalteten. Erst in der Endphase des Satzes drehte Mühldorf auf. Plötzlich holte sich der TSV gerade zum richtigen Zeitpunkt die 25:24-Führung und machte dann auch noch den letzten Punkt zum 1:0. Doch die Gäste in der fast voll besetzten Mittelschulturnhalle gaben nicht klein bei. Raffiniert setzte der Zuspieler der Oberpfälzer seine Angreifer ein, die dem Spielwitz der Mühldorfer Paroli boten. Bis zum 21:21 verlief der Satz ausgeglichen. Satzbälle gab es auf beiden Seiten, doch diesmal hatten die Bayreuther mit 29:27 das bessere Ende für sich. Mit dem 1:1 ging es in die Zehn-Minuten-Pause (siehe Infokasten), welche beide Mannschaften nutzten, um ihre Taktik neu auszurichten. Die Mühldorfer Spieler kamen allerdings gehemmt aus der Pause. Engagierte Bayreuther erspielten sich eine 10:6-Führung, setzten die Mühldorfer mit Staffelbällen unter Druck. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Die Zuspieler Lars Rommel und Alex Brandstetter legten sauber auf, Mühldorfs Angreifer Fabian Bartsch und Tom Brandstetter wuchteten die Bälle zunächst zum 11:11 ins Feld der Gegner. Danach schenkten sich beide Teams nichts, doch nach dem 19:19 schwanden die Kräfte der Franken. Mühldorf erspielte sich clever eine 23:20-Führung, die in ein dann klares 25:22 mündete. Jetzt strotzten die Mühldorfer vor Selbstvertrauen. Schnell führten sie auch im Durchgang vier mit 6:1. Doch Bayreuth hielt dagegen, schloss auf 6:7 auf. Jonas Zusann setzte dann im Aufschlag neue Impulse, als er den Mühldorfern eine komfortable 11:8-Führung bescherte. Jetzt brachen die Bayreuther ein. Michi Mayer hatte Lars Rommel auf der Zwei ersetzt und brillierte mit starken Block- und Angriffsaktionen. Den Rest erledigten Bastian Hörster und Nico Philipeit (Mittelblock) sowie die beiden Außenangreifer Fabian Bartsch und Tom Brandstetter – zum 25:18. Letztlich ein standesgemäßer Sieg am finalen Heimspieltag. Auch wenn die Enttäuschung von Spielertrainer Michi Mayer, ob der vermeintlich verpassten Meisterschaft nicht zu überhören war, überwog an diesem Tag ein klares Signal: Die Mühldorfer, die in Trauerflor spielten, wollten den Sieg einem besonderen Menschen widmen, ohne den es die Abteilung gar nicht geben würden: Rainer Filipp. Quelle: OVB Foto: Freude und Trauer bei den TSV Volleyballern: Erst vor zehn Tagen war der Gründer der Volleyballabteilung, Rainer Filipp, plötzlich mit erst 68 Jahren verstorben. Ihm widmeten nun ausgerechnet im letzten Spiel gegen den bislang glücklosen ASV die in Trauerflor spielenden Mühldorfer Volleyballer ihren Sieg. (Foto R. Preß)