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„Nur sieben Leute und ich“


Zwei Jahre war er Trainer des SC Freising, vorher stand er sogar als Spieler mit auf dem Spielfeld – Mühldorfs Trainer Tom Gailer hat nach wie vor gute freundschaftliche Kontakte zum nächsten Gegner der TSV-Volleyballer. „Ich bin auch immer noch Kassenwart in Freising“, ergänzt Gailer lachend. Doch sein Herz in sportlicher Hinsicht schlägt jetzt natürlich für den TSV Mühldorf, wenn am Samstag um 20 Uhr zu diesem Prestigeduell, wie es Gailer bezeichnet, in die Turnhalle der Mittelschule an die Europastraße eingeladen wird. „Und wir haben gute Chancen“, rechnet sich Gailer einen Dreier aus, nachdem die Mühldorfer zuletzt ihre erste Saisonniederlage gegen den Tabellenprimus aus Regenstauf hinzunehmen hatten. „Ja, das hat uns etwas die Euphorie nach den beiden Siegen genommen. Wir hatten zwei Sätze lang auch nicht wirklich gut gespielt. Und im vierten Abschnitt fehlte das Quäntchen Glück, um zumindest einen Punkt mitzunehmen. Aber das Spiel ist abgehakt.“ Wichtig sei nun, sich wieder auf die Stärken zu berufen. „Die Quote in der Annahme muss passen, sonst wird es gegen jede Mannschaft schwierig“, weiß Gailer. Schwierig wird die Partie am Samstag schon alleine deshalb, weil Trainer Gailer auf seinen etatmäßigen Mittelblocker Markus Frey verzichten muss, der beruflich verhindert ist. Patrick Müller wird an seiner statt als Mittelblocker angreifen. „Das macht dann insgesamt sieben Leute und ich“, die nach Gailers Rechnung gegen Freising als Spieler zur Verfügung stehen werden. Und er fügt gleich hinzu: Er selbst habe nicht vor ins Spielgeschen einzugreifen. „Ich bleibe die Notlösung“, betonte er. Ob nun Hauke Ferch oder Daniel Müller als Libero auf das Feld treten – das will Gailer in diesem Zusammenhang noch offen lassen. Doch auch der SC Freising ist nicht gerade mit Spielern gesegnet. Nach dem Abstieg aus der 3. Liga hat der SC Freising ebenso mit Personalproblemen zu kämpfen, ist nach einigen Abgängen besonders über die Außenannahmepositionen schwach besetzt: Fabian Breinbauer, ein Angreifer mit Erstliga-Erfahrung, ist zurück in seine Heimat in den Bayerischen Wald gegangen. Moritz Steinberg, der Kapitän der Mannschaft, befindet sich aktuell in Asien. Und auch Severin Bienek, ein Mühldorfer Eigengewächs, der im vergangenen Jahr noch nach Freising gewechselt war, steht nicht zur Verfügung, weil er aktuell in Straßburg studiert. Gut seien die Freisinger hingegen über die Mitte aufgestellt, mit Spielern, die schon in Drittliga-Zeiten Leistungsträger gewesen seien, so Gailer. Ihnen gelte es Paroli zu bieten, „und das geht in erster Linie über druckvolle Aufschläge, damit die Mittelblocker gar nicht erst zum Zug kommen.“ Zum Saisonauftakt der Freisinger gegen die DJK München-Ost saß Gailer mit in der Turnhalle, sah, dass die beiden Zuspieler aus Drittligazeiten dem Verein ebenso den Rücken zugekehrt haben. „Jetzt spielt eben ein 45-jähriger Spieler zu“, weiß Gailer. Zur Situation in der Liga: Mit sechs Punkten steht der TSV Mühldorf aktuell auf Rang drei, einen Punkt hinter dem SV/DJK Taufkirchen und drei Zähler hinter dem Tabellenführer Regenstauf. Nicht so rosig sieht es beim Absteiger aus Freising aus. Nach zwei Spielen verbuchen die Freisinger gerade mal einen Zähler, nachdem sie ihr Auftaktspiel mit 1:3 gegen den VC-DJK München-Ost-Herrsching verloren hatten und gegen den ASV Dachau II immerhin ein 3:2-Sieg herausgesprungen war. je Quelle: OVB